TSV-Wanderer zu Gast in Kidderminster.

09Im letzten Jahr erhielt ich einen Anruf. Die Wandergruppe aus Kidderminster suchte eine Partnergruppe in Husum. Ein erstes Gespräch mit Hilery und Karin fand statt. Wir tauschten unsere Email-Adressen aus. An unserem nächsten Wandersonntag wurde die Gruppe davon informiert. Nach einer Bedenkzeit hakte ich nochmals nach. Denn nicht ich gehe die Partnerschaft ein, sondern die Gruppe. Keine Reaktion! Letztendlich kam die Bemerkung: es kann auch ganz interessant sein. Eine Rücksprache mit Henning fand statt, sodass auch von Seiten des Vereins keine Bedenken bestanden. Nach vielen Mails mit Hilery hatten wir uns dahingehend geeinigt, dass wir im April 2018 nach Kidderminster kommen wollten.
Das Abenteuer begann. Marina, Hanna und ich flogen am Sonntag, 22.04.2018 nach Birmingham. Am Flughafen wurden wir von Hilery und Sue H. in Empfang genommen. Es ging nach Bewdley zu den Holloways zum Dinner. Bewdley ist eine historische Kleinstadt nahe Kidderminster. Wir waren überwältigt, wie viele Wanderfreunde uns dort erwarteten mit einem großartigen Büfett. Auch der Wein schmeckte und trug dazu bei, unsere Englischkenntnisse aus dem Keller zu holen.

Gegen 23:00 Uhr wurden wir auf unsere Quartiere verteilt. Marina war bei Richard und Sue J. untergebracht, Hanna bei Kathy B. in Kidderminster und ich bei Alan und Sue H. in Bewdley. Es war stockdunkel. Alan verließ die Stadt. Von einer Landstraße bog er rechts ab. Er konnte nur Schritt fahren – mehr Schlagloch wie Straße – sehr historisch mit hohen Bäumen beidseits. Gegenverkehr? Kaum möglich. Au weia, dachte ich, wo bist du hier gelandet? Ich war müde und kaputt, wollte nur noch ins Bett. Alan hielt vorm Haus. Gepäck raus und ab ins Haus. Da kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Eine kleine Führung durchs Haus folgte, damit ich mich morgens etwas zurechtfand. Alles vom Feinsten. Am nächsten Morgen kam das große Erwachen. Es war ein Cottage, wie man es aus den Rosamunde Pilcher Filmen kennt, nur etwas größer. Sue und Alan hatten es vor einigen Jahren gekauft und liebevoll restauriert. Der Garten mit typisch englischem Rasen, Steinstufen dazwischen, hoher Mauer ringsherum mit grünem Bewuchs. Dahinter der Wald.

Montag, 23.04.: Nach dem alltäglichen Müsli-Frühstück starteten wir um 10:00 Uhr zum ersten Treffen. Wir trafen uns in Bewdley zu einer historischen Stadtwanderung, gelegen am Severn, dem längsten Fluß Englands. Er wurde früher für Reisen und einen blühenden Handel genutzt. Es war nasskalt und wir waren durchgefroren. In einem Cafe beim Museum kehrten wir zum Lunch ein und freuten uns über eine klei-ne warme Mahlzeit und eine warmen Raum.
Zu 15:00 Uhr waren wir ins Rathaus eingeladen mit der Bürgermeisterin, die für uns ihre Robe angezogen hatte – einen langen roten Mantel, einen Hut und vor allem die Kette! Es gab Kaffee, Tee und kleine Kuchen. Hier wird der/die Bürgermeister/in jedes Jahr gewählt. Sir John, der einen Siegelring der Stadt Husum trägt und sehr stolz darauf ist, führte uns anschließend durchs Haus. Es wurde uns eine kleine Pause gegönnt. Zu 19:00 Uhr trafen wir uns in einer urigen Gaststätte mit Kegelbahn. Doch erst einmal durften wir uns stärken. Viel Spaß hatten wir beim Kegeln.

Dienstag, 24.04.: Um 10:30 Uhr starteten wir unsere 1. Wandertour, die Kathy führte. Hier bekamen wir die hügelige Landschaft – wie in der Holsteinischen Schweiz – zu spüren. Aber es war sehr schön. Sue J. hatte zum Lunch eine Möhren- und eine Pastinakensuppe vorbereitet. Die Garage war halb ausgeräumt und davor ein Pavillon aufgebaut, sodaß jeder einen Sitzplatz hatte. Auch heißen Tee und Kaffee gab es. An-
schließend durften wir mit Richard J. noch gut eine Stunde die nähere Umgebung erforschen. Der Tag klang aus mit einem traditionellen Fish & Chips Supper bei Sue und Alan H.

Mittwoch, 25.04.: Heute stand die Glockenblumen-Tour auf dem Programm mit der Stride & Stroll Gruppe. Diese ist aufgeteilt in 4 unterschiedlichen Leistungsgruppen. Wir sind natürlich mit der Gruppe A, der leistungsstärksten Gruppe gelaufen. Es ging quer über die Wiesen und durch den Wald. Viele Teilnehmer waren mit Gummistiefeln gestartet, denn es hatte geregnet und die Pfade waren teils sehr matschig. Aber das konnte unsere Laune nicht verderben. Die Gruppenleiterin war eine pensionierte Lehrerin und die Gruppe sehr groß. Wenn sie einen Befehl gab, konnte der erste und letzte Teilnehmer sie gut verstehen – und sie waren alle sehr artig, was ich mir auch manchmal sehr wünsche. Dann sahen wir eine große blaue Fläche im Wald. Beim näheren Betrachten erkannte ich die Skillas. Doch es wurden englische und französische Arten sehr ernst genommen. Im nächsten Jahr werde ich das mal in meinem Garten beobachten. Wie sehen denn die deutschen Skillas aus? Unterwegs hatte Hilery mir zugeflüstert, daß ich eine formelle Einladung nach Husum aussprechen müßte, wenn wir es wünschten. Abends gab es in einem Lokal das Abschieds-Dinner. Nachdem ich meine Einladung und einen Dank an unsere Gastgeber losgeworden war, fiel jegliche Anspannung ab und es wurde noch ein lustiger Abend.

Donnerstag, 26.04.: Wir besuchten noch ein interessantes Teppich-Museum. Die restliche Freizeit verbrachte Hilery mit uns und zeigte uns die Husum-Brücke. Gegen 14:00 Uhr brachten Richard und Sue J. uns zum Flughafen. Viele neue Eindrücke und Erlebnisse nehmen wir in unserem Gepäck mit nach Hause und wollen dies gerne mit anderen teilen und sie dafür begeistern.
Inzwischen haben wir erfahren, daß eine Gruppe von 6 Teilnehmern vom 15.-19.5.19 nach Husum kommt. Lasst sie uns herzlich willkommen heißen.

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